Wahlversprechen und Wirklichkeit

Die neu gewählte Regierung in MV hat ihre Arbeit aufgenommen und es wird deutlich, nicht alles was uns versprochen wurde, wurde umgesetzt.
Dabei ist für uns, als landesweit tätiger Frauenverband, natürlich die Frage der Gleichstellung von Mann und Frau in allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens ein zentrales Thema.

In den beschlossenen Schwerpunkten des SPD- Regierungsprogramms heißt es unter Anderem: „Die tatsächliche Gleichstellung von Männern und Frauen bleibt ein zentrales Ziel sozialdemokratischer Politik.“
Und unter der Rubrik “Das haben wir erreicht“ heißt es: „Das Thema Frauen und Gleichstellung ist in der SPD-geführten Landesregierung zentral in der Staatskanzlei angesiedelt. Mit dem Gleichstellungsgesetz und der Gleichstellungskonzeption haben wir Instrumente geschaffen, um die Gleichstellung voranzubringen.“
Im Wahlprogramm der CDU ist jedoch vorsichtshalber zum Thema „Gleichstellung“ keine konkrete Aussage getroffen worden.
Äußerst befremdet hat daher die Entscheidung der neuen Koalition, dass die Position der Gleichstellungsbeauftragten des Landes praktisch degradiert wurde – obwohl im Wahlkampf mehrfach versprochen wurde, die Stelle in der Staatskanzlei  zu erhalten, da sie sich bewährt hat.

Die  Position der Gleichstellungsbeauftragten war als Parlamentarische Staatssekretärin direkt dem Ministerpräsidenten zugeordnet. Damit war sie parteiunabhängig und konnte auf alle Ministerien direkten Einfluss nehmen.
Nach der neuen Struktur ist die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten im Land nicht mehr dem Ministerpräsidenten zugeordnet, sondern als Stabstelle dem Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales unterstellt.
Mit dieser Eingliederung verliert die Position der Gleichstellungbeauftragten die notwendige Unabhängigkeit.
Mit der Unterstellung in einem Ministerium sind Abhängigkeiten entstanden, die trotz allem Wohlwollen von Ministerin Schwesig aufgrund der Struktur nicht überwunden werden können.
Wir sehen hier erhebliche Nachteile, da Gleichstellung eine Querschnittsaufgabe ist, die in allen Politikbereichen umzusetzen ist.
Es stellt sich also die praktische Frage, welchen Vollmachten erhält die Stabstelle „Gleichstellungsbeauftragte“ um das Thema ministeriell übergreifend zu fordern und zu fördern.
Das Koalitionspapier enthält zu den Fragen der Gleichstellung nur allgemeingültige Aussagen wie z.B.:
„Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein wesentliches Anliegen der Koalitionspartner und wird als Querschnittsaufgabe in allen Politikbereichen umgesetzt.
Bei allen Entscheidungen und Maßnahmen sind die Auswirkungen auf Frauen und Männer zu analysieren und zu berücksichtigen. Dort, wo es Benachteiligungen eines Geschlechts gibt, werden Maßnahmen entwickelt, um diese zu beseitigen.
Voraussetzung für ein Erreichen unserer Ziele ist, dass in Mecklenburg-Vorpommern auch künftig ein Klima von Toleranz, Weltoffenheit und gegenseitigem Verstehen herrscht.“
Auch die unter dem Punkt „Frauen und Gleichstellung“ Punkte 246-256 enthalten nur allgemeine Feststellungen.

Mit anderen Worten;
Wahlversprechen und Wirklichkeit klaffen in der Realität beim Thema „Gleichstellung“ sehr weit auseinander.
Der politische Schaden ist nicht abzuschätzen und die politischen Errungenschaften wurden mit einer Entscheidung zu Nichte gemacht.
Und die Frauen im Land sind wieder einmal die Verliererinnen!

Marion Zampich GF LFV M-V e.V., 09.12.2011

 

20 Jahre LAND-FRAUENVERBABD M-V e.V. - Gedanken dazu von unserer Landesvorsitzenden

Das Logo unseres Verbandes ist ein Frauengesicht im Profil, das aus einem Baum „wächst“.
Ein Baum ist nach allgemeinem Sprachgebrauch bekanntlich eine holzige Pflanze mit einer Wurzel, einem hochgewachsenen Stamm und einer belaubten Krone.

Vor 20 Jahren „pflanzten“ engagierte Frauen diesen Baum, der beständig gewachsen und mittlerweile fest im gesellschaftlichen Leben in den Dörfern und Städten unseres Bundeslandes verwurzelt ist. LANDFRAUEN engagieren sich unter der Krone dieses  Baumes dafür, dass sich die Lebensqualität für Frauen im ländlichen Raum verbessert und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird. LANDFRAUEN hüten Brauchtum, wie es symbolisch mit dem Baum verknüpft war und ist, wie die Pflege der plattdeutschen Sprache, die Erhaltung bäuerlicher Traditionen oder die Hege von regionalen Speisen und Getränken. Ein starker Baum nutzt für sein Gedeihen die Bedingungen seiner Umwelt und „trotzt“ so manchem Sturm, auch das trifft auf den Einsatz der LANDFRAUEN zu.

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass unser Verband unter „unserem“ Baum weiter wächst, gute Jahresringe entwickelt und ein junges, frisches  Gesicht behält.

Angela Peters, Landesvorsitzende

 

100 Jahre Internationaler Frauentag

Clara Zetkin schlug 1910 auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz vor, einen Internationalen Frauentag einzuführen. Die Idee stammte ursprünglich aus den USA, wo bereits Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) 1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet hatten, welches einen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht im Februar 1909 durchführte.
Am 19. März 1911 feierten Frauen aus Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz den ersten gemeinsamen Frauentag. Das alles beherrschende Thema der ersten Jahre war die Forderung nach einem freien, geheimen und gleichen Frauenwahlrecht, aber auch die Forderung nach der Gleichberechtigung der Frau.

Die Geschichte dieses besonderen Ehrentages ist mit dem Kampf der Frauen um Anerkennung und Gleichstellung eng verbunden, aber auch mit dem Wunsch nach Frieden und Freiheit und mit der Einforderung von Frauenrechten.
Was wir erreicht haben in Bezug auf Gleichstellung der Frau zeigt die Tatsache, dass wir eine Bundeskanzlerin haben, was vor gar nicht langer Zeit unmöglich gewesen wäre.
In unseren ostdeutschen Bundesländern wird der Frauentag auch heute gefeiert. Gerade im Arbeitsleben ist es nicht unüblich, dass die Chefs ihren weiblichen Mitarbeiterinnen eine Blume - meist Rose - zum Frauentag schenken und ihnen dazu gratulieren. Der Frauentag ist bis heute fester Bestandteil der ostdeutschen Kultur.
Gerade wir LANDFRAUEN, die wir uns für die Interessen der Frauen und ihrer Familien im ländlichen Raum einsetzen, wissen um die tiefe Bedeutung dieses Tages. Viele LANDFRAUEN setzen sich ehrenamtlich für unsere Forderungen z.B. nach Vereinbarkeit des Erwerbs- und Privatlebens, nach gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit und nach gleichen Karrierechancen für Frauen ein. Wer, wenn nicht wir (LAND)FRAUEN wissen um die Doppelbelastung der Frau durch Arbeit und Familie Bescheid. Leider muss man hier hinzufügen, dass viele Frauen heute kein existenzsicherndes Einkommen mehr haben.
Damit setzen sich westdeutsche Rollenbilder – Mann ist für Familieneinkommen und Frau für Familienarbeit zuständig – immer mehr durch.

Dabei haben unsere jungen Frauen die besten Chancen auf gut bezahlte Arbeitsplätze, denn laut dem Statistischen Bundesamt haben im Jahr 2010 55 % der Mädchen und nur 45% der Jungen erfolgreich ein Abitur abgelegt, mehr als 50% der Frauen verfügen über ein abgeschlossenes Studium. Doch danach kippt es: Die gut bezahlten Spitzenjobs werden vor allem von Männern besetzt.

Heute geht am 08. März keine Frau auf die Straße, um zu demonstrieren. Aber wir haben die Möglichkeit, uns bei vielen Aktionen und Veranstaltungen umzuhören, mitzumachen, mitzureden, nachzudenken und einen Blick auf das zu werfen, was wir erreicht haben, wofür frühere Generationen noch kämpfen mussten. Und einen Blick nach vorne zu richten auf das, was wir noch erreichen müssen für ein besseres Miteinander und für Frauenrechte, die auch Menschenrechte sind.

 

2011 - Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit - "Unterwegs zu neuen Chancen"

Mit dem Beschluss des Europäischen Rates vom November 2009 wurde 2011 zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“ ausgerufen.

Ich kann die Entscheidung der Rates der Europäischen Union nur begrüßen. Wird doch dadurch ein Jahr lang die ehrenamtliche Arbeit unserer LANDFRAUEN in den Dörfern und Gemeinden Tag für Tag aufs Neue gewürdigt.

Folgende Ziele werden mit dem Europäischen Jahr 2011 verfolgt:

Deutschlandweit soll die Aufmerksamkeit und Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement in der Gesellschaft gestärkt werden. Ein besonderer Fokus liegt auf generationenübergreifende Aktivitäten und es sollen insbesondere Frauen, junge Menschen, Ältere sowie Menschen mit Migrationshintergrund angesprochen werden. Der Austausch zwischen Verbänden und Organisationen der Bürgergesellschaft soll verstärkt und eine bessere Vernetzung und Kooperation der Akteure und der Informationsangebote über bürgerschaftliches Engagement in Deutschland geschaffen werden.Umgesetzt werden sollen diese Ziele durch den wechselseitigen Austausch von Erfahrungen.
Und dafür ist die Aktion des dlv, an der sich unser Landesverband beteiligen möchte, "Unterwegs zu neuen Chancen" die Möglichkeit, andere an unseren Erfahrungen aus unserer LANDFRAUENarbeit teilhaben zu lassen und für ehrenamtliche Arbeit zu begeistern.
Deswegen rufen wir alle LANDFRAUEN auf: Beteiligen Sie sich an der Aktion "Unterwegs zu neuen Chancen". Unser gemeinsames Ziel in Mecklenburg-Vorpommern sollte sein: Ein dichtes Netzwerk der LANDFRAUENarbeitin Mecklenburg-Vorpommern aufzuzeigen. (siehe auch www.landfrauen-mv.de/news)