Aktuelle Positionspapiere des LAND-FRAUENVERBANDES Mecklenburg-Vorpommern e.V.

LAND-FRAUENVERBAND Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Landesverband der Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft M-V e.V.
JOBSTARTER-Projekte in Mecklenburg-Vorpommern
Landjugendverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Forderung nach einem eigenständigen Schulfach „Verbraucherbildung“ in den allgemeinbildenden Schulen Mecklenburg-Vorpommerns

Sehr geehrter Herr Minister Tesch, sehr geehrter Herr Minister Dr. Backhaus,

nach Aussage der Bundesregierung für Verbraucherbildung gibt es derzeit in Deutschland 38-Millonen Haushalte. – Nirgendwo in Deutschland werden täglich mehr Entscheidungen gefällt, als hier. Trotzdem mangelt es gerade auf diesem Gebiet an den notwendigen Kompetenzen, um die Entscheidungsprozesse tiefgründig zu führen. Diese Kompetenzen beinhalten neben dem finanziellen – Umgang mit Geld, mit Krediten, usw. – auch die ernährungsphysiologischen und gesundheitsfördernden Bereiche. In den allgemeinbildenden Schulen unseres Landes wird dieses Fachwissen nur marginal vermittelt, es gibt kein für alle Schulformen und Klassenstufen durchgängiges Unterrichtsfach „Verbraucherbildung“.
Aus diesem Grund fordern wir Vertreterinnen der oben genannten Verbände und Projekte, dass „Verbraucherbildung“ ein eigenständiges Schulfach werden muss, dessen Grundlage die Fachwissenschaft Haushalts- und Ernährungswissenschaft ist und das mit einer entsprechenden Fachdidaktik unterstützt werden muss.
Es genügt nicht, ernährungswissenschaftliche Inhalte beispielsweise in den Fächern Sachkunde oder Biologie zu vermitteln. Zum einen sind die Fachlehrer dieser Fächer nicht für die Vermittlung ernährungswissenschaftlicher Inhalte qualifiziert, zum anderen muss ein Schulfach „Verbraucherbildung“ aus unserer Sicht mehr leisten als Teilbereiche hauswirtschaftlichen Handelns schlaglichtartig zu beleuchten.
Vielmehr geht es darum, ein Gesamtverständnis für verbraucherorientiertes und hauswirtschaftliches Handeln zu vermitteln. Das heißt, die Schüler müssen auch den Zusammenhang von gesundheitsförderndem und umweltorientiertem Lebensstil mit nachhaltigem Handeln erkennen lernen. Der Unterricht in „Verbraucherbildung“ muss ein Wirtschaftsverständnis fördern, das eigenes Handeln in Beziehung setzt zu gesellschaftlichen Auswirkungen. Das theoretische Wissen muss in praktisches Handeln umgesetzt werden können.
Hintergrund der Forderung unserer Verbände und Projekte nach einem eigenständigen Schulfach „Verbraucherbildung“ ist die Beobachtung, dass Übergewicht, Überschuldung, Überbeanspruchung und Überforderung Standard-Themen geworden sind. Die Kosten für diesen Lebensstil hat die gesamte Gesellschaft zu tragen. Gesunde Ernährung, der Umgang mit Geld und die Schonung der natürlichen Ressourcen wurden früher in der Familie vermittelt. Dies kann heute nicht mehr automatisch vorausgesetzt werden. Da das Management eines Haushalts aber eine Grundfähigkeit des Lebens ist, muss überlegt werden, an welcher Stelle die vorhandenen Defizite korrigiert werden können. Aus Sicht unserer Verbände bieten hier die Schule optimale Voraussetzungen.
In Schleswig-Holstein wurde dieses Unterrichtsfach an den allgemeinbildenden Schulen bereits in diesem Schuljahr eingeführt. 18 Fachlehrer/innen wurden dafür an der Universität Flensburg ausgebildet. Diese Entwicklung muss auch in Mecklenburg-Vorpommern Einzug finden, allein auch der sozialen Struktur unseres Landes geschuldet.
Wir fordern Sie gemeinsam auf, lassen Sie uns von den Erfahrungen aus Schleswig-Holstein profitieren und schnellstmöglich alle Vorbereitungen treffen, um auch an unseren Regionalschulen in Mecklenburg-Vorpommern in den Klassen 5 bis 10 das Unterrichtsfach „Verbraucherbildung“ lehren zu können. Die zukünftigen Generationen werden es zu schätzen wissen.
Für diese Entwicklung möchten wir Ihnen unsere Mithilfe und Unterstützung anbieten. Sodann möchten wir Ihnen ein gemeinsames Gespräch vorschlagen, indem wir Ihnen unsere Vorschläge detailliert darlegen.
Über eine schnelle Antwort würden wir uns freuen und verbleiben
mit freundlichen Grüßen

gez. Becker, Vorsitzende LAND-FRAUENVERBAND M-V e.V.
gez. Peter, Vorsitzende Landesverbad der Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft M-V e.V.
gez. Höfer und Dr. Lewerenz, LeiterInnen JOBSTARTER-Projekte
gez. Hänisch, Vorsitzender Landjugenverband M-V e.V:

Neubrandenburg, 05.02.2010

WIR LANDFRAUEN FORDERN:

Die Nutzung freiwerdender Funkfrequenzen für mobile Breitbandzugänge in ländlichen Regionen (siehe Forderung im pdf-Format, am Ende der Seite)

Auch durch die engagierte Arbeit unseres Verbandes ist die Bereitstellung von Breitbandkapazitäten durch Bundes- und Landesrecht in den Kommunen jetzt möglich geworden. Nun geht es daran, die Umsetzung in den Kommunen einzuforden.
Heidemarie Becker, Landesvorsitzende

 

Wir Landfrauen aus M-V unterstützen weiterhin folgende Stellungnahmen
des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv)

Gesetzliche Krankenversicherung darf kein Hindernis für Beschäftigung sein
- Deutscher Frauenrat stimmt dem dlv Antrag zu -
Die Mitgliederversammlung des Deutschen Frauenrates stimmte mit breiter Mehrheit dem Antrag des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) zur Änderung der Beitragsregelung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Solo- und Teilzeitselbstständige zu. Der dlv fordert, dass Selbstständige zukünftig genauso wie Arbeitnehmer solidarische Beiträge in direkter Abhängigkeit zum Einkommen zahlen. So werden bestehende Hemmnisse beim Weg in die Selbstständigkeit abgebaut, denn Krankenversicherung darf kein Hindernis für Beschäftigung sein.
Insbesondere Frauen im ländlichen Raum haben bei der Suche nach Beschäftigung oft keine Alternative zur Selbstständigkeit. Nicht selten wird diese mit anderen Einkommensquellen kombiniert. Die bisherigen Regelungen in der gesetzlichen Krankenversicherung machen den Schritt in die Selbstständigkeit jedoch unattraktiv. Frauenrat und dlv werden jetzt gemeinsam aktiv, damit sich Arbeit auch für diese Gruppe von Selbstständigen lohnt.
Angesichts der angespannten Arbeitsmarktsituation sind neue Beschäftigungsmodelle dringend notwendig. Die Rahmenbedingen müssen darauf abgestimmt werden, fordert der dlv in seinem Antrag. „Wir dürfen nicht vergessen, dass der verfassungsrechtliche Schutz der Solidargemeinschaft auch für Solo- und Teilzeitbeschäftigte gelten muss“, erklärt Dr. Evelyn Schmidtke, Hauptgeschäftsführerin des dlv.
Derzeit verlieren Solo- und Teilzeitbeschäftigte die Möglichkeit der beitragsfreien Familienversicherung, wenn das erwirtschaftete Einkommen über 360 Euro liegt. Seit dem 1. Januar 2009 gilt jedoch eine Versicherungspflicht für Selbstständige. Die Beitragsermittlung erfolgt in der GKV auf der Basis eines fiktiven Mindesteinkommens in Höhe von 1.890 Euro. Damit liegt der Mindestbeitragssatz bei 300 Euro. Die Private Krankenversicherung ist meist keine Alternative.
V.i.S.d.P. Monika Larch, dlv vom 09.11.2009


HausWirtschaft muss schick und modern werden

Über 140 Teilnehmer sind am 15. September 2009 der Einladung des Deutschen LandFrauenverbandes nach Berlin zum Kongress „Profession HausWirtschaft – quo vadis?“ gefolgt. „Keine Mutter studiert Medizin, um die Zipperlein ihrer Kinder in den Griff zu bekommen. Daher darf auch das Motiv für eine Berufsausbildung in der HausWirtschaft nicht bei der Bewältigung des eigenen Privathaushaltes liegen“, brachte Privatdozentin Dr. Monika Kritzmöller in ihrem Impulsreferat ihr Plädoyer für Professionalität in der HausWirtschaft auf den Punkt. Der HausWirtschaft muss es gelingen, erstens ihre Leistungen potenziellen Arbeitgebern und zweitens jungen Menschen, die für den Beruf gewonnen werden sollen, klar zu kommunizieren, darin waren sich alle Anwesenden einig. Die baden-württembergische Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum, Friedlinde Gurr-Hirsch, unterstrich in ihrem Vortrag noch einmal die Bedeutung der Profession HausWirtschaft bei der Bewältigung von prekären Lebenssituationen. Daher ist die HausWirtschaft auch in ihren Augen ein starker Partner der Politik.
Aber nicht nur Bekenntnisse und Analysen wurden im Rahmen des Kongresses abgegeben. Zwei konkrete Ansatzpunkte für die Verbesserung der aktuellen Situation wurden diskutiert: Dies ist zum einen die Verbesserung der Ausbildung. Hier kann eine Modularisierung den notwendigen Praxisbezug bringen und auch den Auszubildenden die Chancen und fachliche Breite ihrer Profession verdeutlichen. Diese Forderung unterstrich auch Christiane Luipold von der Agentur für Arbeit. Susanne Fischer, Abteilungsleiterin an der Fachschule für HausWirtschaft Albrecht-Thaer in Celle, berichtete aus ihrem beruflichen Alltag, dass dieses Ziel nur über die Einsetzung konkreter Projekte in der schulischen Ausbildung zu leisten sei. In Celle sei in einem Lehrer-Schüler-Projekt immer eine Klasse für die Mittagsverpflegung verantwortlich. „Dabei werden den Schülerinnen die Dimensionen und Anforderungen ihrer Arbeit bewusst“, so Fischer. Ein solches Verständnis würde auch eine höhere Bereitschaft zur Einstellung seitens potentieller Arbeitgeber nach sich ziehen. Das bestätigt auch Susanne Steinert-Bode. Die LandFrau bildet selber auf ihrem Hof seit den 80er Jahren aus. Aber es ist auch klar, dass bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt sein müssen. So fordert Susanne Fischer den Realschulabschluss als Mindestvoraussetzung zur Zulassung für diese komplexe Ausbildung.
Zum anderen müssen im Vorfeld Maßnahmen ergriffen werden, damit sich junge Frauen und Männer überhaupt für diesen Beruf entscheiden. „Namhaften Designern gelingt es, etwas vermeintlich Langweiliges wie Strickjacken zu etwas Extravagantem und Besonderen zu erklären. Dann kann der Imagewechsel auch in der HausWirtschaft gelingen“, appellierte Dr. Monika Kritzmöller an die Verantwortlichen in der HausWirtschaft. Auch Christina Hohmann-Schaub, Vorsitzende der Bundes-Arbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft, vertritt die Meinung, dass „wir unser Bild verändern müssen“. Susanne Fischer verdeutlichte, dass der Beruf für die Jugendlichen eine Visitenkarte darstellt. „Mir hat ein Junge berichtet, dass es ihm peinlich ist, zu erklären, er würde eine hauswirtschaftliche Ausbildung machen“, erläuterte Fischer. Für Prof. Dr. Steffen Wittkowske von der Universität Vechta ist der einzige Weg, dieses Bewusstsein zu verändern, eine erneute Verankerung der HausWirtschaft in den Curricula der allgemeinbildenden Schulen, um eine frühe Heranführung an die HausWirtschaft zu gewährleisten.
V.i.S.d.P. Monika Larch, Deutscher LandFrauenverband e. V. (dlv), 17.09.2009


Profession HausWirtschaft: vom Alltäglichen zum Exklusiven

„Es muss uns gelingen, das Alltägliche, das der HausWirtschaft anhängt, exklusiv zu machen. Aus Hausmeistern sind längst Facility Manager geworden – diese Berufsgruppe hat den Sprung in die Professionalität geschafft. Machen wir es ihnen nach!“ Mit diesem Appell wendet sich Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), an die Teilnehmer des Kongresses des dlv „Profession HausWirtschaft - quo vadis?“ am 15. September 2009 in Berlin, um das Hauptanliegen der Tagung zu verdeutlichen.
Viel zu oft kommt es zu einer Vermischung der Bereiche „HausWirtschaft als Alltagskompetenz“ und „Hauswirtschaft als Profession“. Der Deutsche LandFrauenverband möchte mit dem Kongress für eine stärkere Trennung der beiden Bereiche sensibilisieren, da durch diese Vermischung bereits massive Folgen für den Berufsstand zu spüren sind. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass der Fachkräftebedarf nicht mehr gedeckt werden kann.
Das Bild der Hauswirtschaft in der Öffentlichkeit ist durch die Einstufung als Alltagskompetenz verzerrt und spiegelt nicht die Möglichkeiten der Profession wider. In den letzten Jahren hat sie sich zu einem zukunftsorientierten Dienstleistungsbereich mit zunehmenden professionellen Anforderungen entwickelt. Die Nachfrage nach personenbezogenen und haushaltsnahen Dienstleistungen wird in den nächsten Jahren sogar noch ansteigen. Daher gilt es das Bild der Hauswirtschaft in der Öffentlichkeit zu korrigieren und den Beruf für junge Frauen und Männer interessant zu machen. „Die vorhandenen Defizite müssen beseitigt werden, dafür wollen wir heute mit unserem Kongress den Startschuss geben“, so Scherb.
V.i.S.d.P. Monika Larch, Deutscher LandFrauenverband e. V. (dlv), 15.09.2009


 

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Positionspapier zu Breitbandzugängen in ländlichen Räumen

Positionspapier "Stark gegen Rechts"

Positionspapier zu Ganztagsschulen in Mecklenburg-Vorpommern

Positionspapier "Hauswirtschaft als Alltagskompetenz"